Yoko TawadaRede zum Kleistpreis 2016

 

1 Komma

Man solle nicht nach Lust und Laune ein Komma setzen: eine der lustigsten Regeln, die ich im Deutschunterricht gehört habe. Dabei hätte ich so gern die Interpunktion als Trommel benutzt, um meinen Atem- und Denkrhythmus in die Sprache hineinzubringen. Das japanische Wort „Ma“ bedeutet unter anderem eine Pause. Ich wollte ein „Kom-ma“ als ein „Ma“ verstehen.

In meinem Grammatikbuch stand, ein Komma trenne den Hauptsatz vom Nebensatz, und ich fragte mich, ob diese Trennung nötig sei. Im Englischen erkennt man ohne Komma sofort, wo ein Nebensatz beginnt und wo er endet. Die deutsche Kommaregel ist durchdacht und vernünftig. Genau das macht sie verdächtig.

Als ich in Hamburg studierte, las ich einen Text von Heiner Müller, „Die Bildbeschreibung“.

„Eine Landschaft zwischen Steppe und Savanne (Komma) der Himmel preußisch blau (Komma) zwei riesige Wolken schwimmen darin (Komma) wie von Drahtskeletten zusammengehalten (Komma) jedenfalls von unbekannter Bauart (Komma) die linke größere könnte ein Gummitier aus einem Vergnügungspark sein (Komma) das sich von seiner Leine losgerissen hat (Komma) oder ein Stück Antarktis auf dem Heimflug (Komma) am Horizont ein flaches Gebirge (Komma) rechts in der Landschaft ein Baum (Komma) bei genauerem Hinsehn sind es drei verschieden hohe Bäume (Komma) pilzförmig (Komma) Stamm neben Stamm (Komma) vielleicht aus einer Wurzel (Komma) das Haus im Vordergrund mehr Industrieprodukt als Handwerk (Komma) wahrscheinlich Beton (Doppelpunkt) “

In einem Komma verliere ich kurz das Bewusstsein und erlebe einen kurzen Tod. Ein einziger Buchstabe unterscheidet das Komma vom Koma.

Die Rechtschreibung wird grundsätzlich für die Lebenden gemacht. Manche Autoren suchen aber schon als junge Menschen nach der Kommaregel der Toten. Tiere und Menschen, die vom Jenseits zu den Lebenden zurückkehren, waren mir nicht nur durch das traditionelle japanische Nô-Theater, sondern auch durch Nikolai Gogols „Mantel“ oder Edgar Allen Poes „schwarze Katze“ vertraut. Ich habe nicht nur Akaki Akakiewitsch und die tote Katze, sondern auch das Bettelweib von Locarno und Ulrike Ottingers Fuchsgeist zu dieser Preisverleihung eingeladen und natürlich auch Heiner Müller, der die Sprache der Toten verstand.

Ich sehe ihn auf der großen Bühne des Berliner Ensembles sitzen und aus seinen Texten lesen. Es war in den neunziger Jahren. Im großen Raum wirkte sein Körper zuerst klein und verloren. Es schien mir aber, als würde er bei jedem Atemholen die Geister aus der Luft trinken und wachsen. Heiner Müller war der Kleist-Preisträger im Jahr 1993 und ich hätte mir damals nicht einmal träumen lassen, dass ich eines Tages zur gleichen Ehre kommen würde.

Wenn der Missbrauch vom Komma strafbar wäre, würde man auch nach Heinrich von Kleist fahnden.

 

„An den Ufern der Havel lebte (Komma) um die Mitte des sechzehnten Jahrhunderts (Komma) ein Roßhändler (Komma) namens Michael Kohlhaas (Komma) Sohn eines Schulmeisters (Komma) einer der rechtschaffensten zugleich und entsetzlichsten Menschen seiner Zeit (Punkt). “

 

Vor zehn Jahren zog ich von der Elbe in Richtung Havel, während Kohlhaas von der Havel zur Elbe reiste. Die beiden Gewässer zeichnen eine geheimnisvolle Tanzlinie auf der Landkarte. Das sind zwei Schlangen, die miteinander spielen. Wenn es so etwas gäbe wie die Feng-Shui-Schule der Literaturwissenschaft, würde man das Gebiet zwischen den beiden Wasserschlangen als äußerst fruchtbar und gefährlich einstufen.

 

2 Grenze

Dort erfährt Kohlhaas, dass er ohne „Paßschein“ die Grenze nicht überschreiten dürfe. Der erfahrene Rosshändler, der dieselbe Grenze schon siebzehn Mal ohne Papiere überschritten hat, steht da zuerst ratlos, dann verzweifelt und langsam wütend. Wer kennt nicht dieses Gefühl, an einer Ländergrenze ungerecht behandelt zu werden? In den letzten achtzig Jahren drohte uns, den Bewohnern dieser Erde, eine Kette von Kriegen und Diktaturen. Millionen von Menschen mussten in Todesangst Ländergrenzen überschreiten. Dabei leben wir auf einer einzigen Erde, die niemandem gehört. Wie kann sich ein Mensch überhaupt auf dem eigenen Planeten „illegal“ aufhalten?

 

Die Literaturwissenschaft meint es gut, wenn sie eine mehrsprachige Autorin als „Grenzgängerin“ bezeichnet. Beim Wort „Grenze“ zucke ich aber oft zusammen. Es erinnert mich an bewaffnete Soldaten. Von meiner ersten Auslandsreise in die Sowjetunion bis zu meinem letzten Besuch in Brüssel ist dieses Bild unverändert geblieben. Zwischen zwei Sprachen hingegen habe ich nie eine Grenze gesehen. Jede Sprache bildet einen Zwischenraum und der Raum zwischen zwei Sprachen ist kein Zwischenraum, sondern der eigentliche Raum, in dem die Literatur geschrieben wird.

 

3 Psychopathen

Heutzutage nimmt man mindestens neun von zehn Geboten nicht mehr ernst. Stattdessen akzeptiert man unkritisch das elfte Gebot „Du sollst nicht illegal einreisen“. Kohlhaas fällt in die Hände der kriminellen Herrschaften, die die Grenze missbrauchen. Andere Protagonisten bei Kleist brauchen keinen Anlass, die alten Zehn Gebote zu brechen. Sie töten, stehlen, legen falsches Zeugnis ab und begehren die Ehepartner der anderen. Nicolo, der Findling, entfaltet sein Potenzial als Böser, obwohl er von seinen Adoptiveltern geliebt und stets human behandelt wurde.

 

Unter dem großen Druck der zahlreichen aktuellen Denkaufgaben und einer Fülle der digitalen Informationen haben wir heutzutage weniger Zeit für die Literatur. Aber umso wichtiger empfinde ich es, Kleist zu lesen, anstatt sich mit pseudowissenschaftlichen Untersuchungsergebnissen zufriedenzugeben. Neulich las ich, dass eine Forschergruppe viele junge Einwanderer im Gefängnis befragte, ob sie in Deutschland schwer diskriminiert wurden. Die Mehrheit antwortete mit „nein“ und das Ergebnis der Untersuchung lautet: Sie seien nicht durch negative Erfahrungen in Deutschland kriminell geworden. Wenn es so einfach wäre! Diskriminierung kann tausende Gesichter haben. Außerdem möchten manche stolze Jugendliche niemals zugeben, dass sie diskriminiert worden sind. Ich möchte die sogenannten Kriminellen nicht in die Hand der Statistik abgeben. Genauso möchte ich sie nicht dem Kriminalroman überlassen.

In diesem Jahrhundert ist die geistige Diät der Trennkost angesagt: Entweder liest man Krimis, in denen man ohne ethische Bedenken blutige Morde genießen kann, oder man liest die Romane, die man von der Steuer absetzen kann. Dort dürfen nur empathische Figuren ihre produktiven Leidenschaften ausleben. Aber die Bücher, die mich früher in den Bann gezogen und das Schreiben zur Hauptbeschäftigung meines Lebens gemacht haben, sind keine Kriminalromane. Dennoch wimmelt es in ihnen von amoralischen Wesen wie Raskolnikow, Dorian Gray oder Mr. Hyde. Mit Erstaunen stelle ich jetzt fest, dass Kleist viel früher als Dostojewski, Wilde oder Stevenson seine kriminellen Figuren geschaffen hat. Kleist war sogar moderner als seine Nachfolger. Nicolo, der Findling, zum Beispiel ist ausgestattet mit erotischer Anziehungskraft und dem Talent als Kaufmann. Er manipuliert seine Mitmenschen und handelt skrupellos. Der Schmerz anderer Menschen lässt ihn kalt oder bringt ihm Freude. Kein Gesetz kann ihn ins Gefängnis bringen. Im Gegenteil: Ihm gelingt es, die aufrichtigen Menschen inhaftieren zu lassen, wenn sie ihm im Weg stehen. Somit ist er den Psychopathen unserer Zeiten sehr ähnlich.

 

4 Klima

Heute wollte ich eigentlich über Eis und Schnee sprechen, weil dem Wort „Preis“ und dem Namen “Kleist” das Wort „Eis“ innewohnt und weil ich am liebsten im Winter schreibe. Der lange, kalte, dunkle Winter ist für mich der größte Schatz Nordeuropas. Was der Winter mit sich bringt, sei es Schnee, Eis oder Kälte, sind keine Hindernisse, sondern die Mitgestalter vieler Zivilisationsformen.

 

Meine Suche nach Kälte, Eis und Schnee in Kleists Erzählungen ist wegen ihrer hohen Durchschnittstemperatur gescheitert. Weder in St. Domingo noch in San Jiago schneite es. Der Findling wurde in Italien gefunden, in Rom, und das Bettelweib erschien in Locarno. Ich hatte eine leise Hoffnung, in Straßburg beim „Zweikampf“ oder in Aachen bei der „heiligen Cäcilie“ einen Schneesturm zu treffen. Vergeblich. Für Kleist müssen bestimmte Geschichten in der Zeit des Fronleichnamsfestes geschehen. Bei diesem „Fest des heiligsten Leibes und Blutes Christi“ wird nämlich der Leib Jesu symbolisch geopfert. Bei Kleist funktioniert das Ritual nicht mehr. Stattdessen sterben die Menschen.

Als die Kleist-Gesellschaft mich vor vielen Jahren zu einer Veranstaltung eingeladen hat, habe ich mir über die Frage den halben Kopf zerbrochen, warum Kleist das südliche Klima für seine Geschichten vorgezogen hat. Damals wie heute bin ich von den Buchstaben besessen und so kam ich auf die Idee, dass die Wahl der Handlungsorte eventuell mit der phonetischen Struktur einer Sprache zu tun hat. Kleist wollte nämlich den Buchstaben O mindestens zweimal im Namen der Protagonisten sehen und das ist leichter bei einem italienischen oder spanischen Namen als in einem deutschen. Jeronimo in „Das Erdbeben in Chili“ hat zwei Os in seinem Vornamen. In „Der Findling“ sind das Paolo, Nicolo und Colino. Der Höhepunkt ist aber Congo Hoango in St. Domingo, der im Vornamen sowie im Nachnamen jeweils zwei Os hat.

Was steckt aber im Buchstaben O? In „Das Bettelweib von Locarno“ heißt es: „Wenn man vom St. Gotthard kommt liegt ein Schloss in Schutt und Trümmern“. Hinter dem Gotthard, wo die Ruinen die Werte Europas verkörpern, kann man die Geister treffen. Schon immer gab es zwei Europas und die beiden wurden mit einem Tunnel miteinander verbunden. Zwei Tunnelaugen sind die zwei Buchstaben O. Auf der einen Seite hat man die Zivilisation im Schnee aufgebaut, auf der anderen Seite unter der Sonne. Übrigens gibt es seit diesem Jahr den neuen Gotthard-Basistunnel und das vermehrt die Anzahl des Buchstabens O.

Natürlich gab es auch in Preußen Menschen, die zwei Os in ihrem Namen hatten. Otto zum Beispiel. Aber wer kann diesen Namen in einen poetischen Text integrieren außer dem Dichter, der 1990 den Kleist-Preis bekam?

 

„ottos mops trotzt

otto: fort mops fort”

ottos mops hopst fort

„otto: soso“  (Ernst Jandl)

 

Den nationalistisch orientierten japanischen Germanisten am Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts war es nicht recht, dass in Kleists Erzählungen so viele nicht deutsche Namen auftauchen. In einem Aufsatz von damals stand, dass „Das Käthchen von Heilbronn“ ein wahrhaftig patriotisches Werk sei, weil dort kein Ausländer vorkommt. In einem anderen Aufsatz las ich ein Lob im höchsten Ton über „Die Hermannsschlacht“: „Es ist Kleist in diesem Werk gelungen, sich von einem Weltbürger zu einem deutschen Bürger zu entwickeln. “

Wer kann heute sicher sein, dass nie der Tag kommen wird, an dem niemand mehr über diesen Satz lacht? Immer mehr Menschen misstrauen den Weltbürgern und das Ergebnis der Präsidentenwahl in den USA hat diese Tendenz bestätigt.

Übrigens ist es schade, dass Kleist mich nicht gekannt hat. Ich habe auch zweimal das O in meinem Vornamen „Yoko“ und vielleicht hätte ich die Chance gehabt, wie Nicolo oder Congo in einer seiner Erzählungen eine Psychopathin zu spielen.

 

5 Opfer

In Japan kann man fast in jedem Shinto-Schrein ein kleines Holztäfelchen kaufen, auf dem ein Pferd oder ein anderes Tier gemalt ist. Man schreibt seine Wünsche darauf und hängt es an einer dafür vorgesehenen Stelle auf. Im Altertum hielt man auf dem Gelände des Tempels ein lebendiges Pferd als Opfer für die Götter. Heute wird das reale Tier durch ein kleines Bild auf dem Täfelchen ersetzt.

In der japanischen Sprache gibt es mindestens drei Begriffe für „Opfer“ und sie werden strikt voneinander getrennt gebraucht. Der erste Begriff „Osonae“ steht für Blumen, Obst oder ein Schälchen Reis, die man in den Altar für Götter und Tote hineinstellt. Der zweite Begriff für das Opfer ist „Ikenie“. Das sind Tiere und Menschen, die im Altertum in vielen verschiedenen Kulturen als Opfer für die Götter getötet wurden. Das Wort „Ikenie“ klingt deshalb blutig und brutal, während sich das Wort „Osonae“ fast vegan anfühlt.

Der dritte Begriff ist „Giseisha“. Das sind Opfer eines Krieges, Verkehrsunfalls oder einer Naturkatastrophe. Ihr Tod hat nichts mit einer religiösen Handlung zu tun. Es wäre pervers zu denken, dass ein Kriegsopfer der Preis sei, den die Lebenden für ihr Glück bezahlt haben. Mich verwirrt deshalb, dass man im Deutschen von den „Opfern des Nationalsozialismus“ spricht und dasselbe Wort „Opfer“ für die „Osonae“ für Götter benutzt.

Ulrike Ottinger zeigt in ihren Filmen, wie die Menschen schlicht und bescheiden kleine, aber ästhetische Rituale der Opfergabe praktizieren, um sich bei der Natur zu bedanken. Und Kleist setzt seine Geschichte genau dort an, wo das Fronleichnamsfest nicht mehr stattfindet und die Menschen in den Wahnsinn stürzen.

 

6 Erdbeben

1755 hat das große Erdbeben in Lissabon den Glauben an den christlichen Gott erschüttert. Was meint Gott, wenn er eine katholische Stadt zerstört, und zwar besonders die Kirchen, während das Rotlichtviertel unversehrt blieb?

Ich bin sicher nicht die einzige Leserin, die einen Hauch Gerechtigkeit spürte, als Kleist beim Erdbeben die Kirche und den Gerichtshof in Flamme aufgehen ließ. Denn die beiden Institutionen wollten eine Frau wegen ihrer Liebe und Schwangerschaft hinrichten. Kleist beschreibt einen utopischen Zustand, der unmittelbar nach dem Erdbeben entsteht: Die Menschen achten nicht mehr auf die Hierarchie und haben weniger Angst vor der Macht. Sie wollen sich gegenseitig helfen und es ist sogar angenehmer für sie, als egoistisch und habgierig zu handeln. Weder nützen sie die Gelegenheit zum Stehlen noch missbrauchen sie etwas, was ihnen sonst heilig ist. Nicht die Zehn Gebote, sondern die Naturkatastrophe zwingt sie zu einer ethischen Haltung, weil sie zum kollektiven Überleben notwendig ist. Was die Literatur von Kleist „erdbebensicher“ macht, ist allerdings, dass er genau das, was dem utopischen Zustand folgt, darstellt. Nach der Erschütterung befestigt sich der Boden, und zwar nicht nur im positiven Sinne. Was bei dem Erdbeben lockerer und freier geworden ist und sich zu öffnen scheint, zieht sich zurück in einen konservativen Zustand. Noch mehr Hinrichtungen finden statt als vor dem Erdbeben und zwar durch die Hände der Menschen, die man früher als Volk bezeichnete. Mein Bedürfnis ist zur Zeit groß, mit Kleist über dieses dritte Stadium zu sprechen.

 

 

7 Danke

Ich danke Kleist für jeden Buchstaben, den er geschrieben hat. Ich danke meinen treuen Freunden, die in einem Café, beim Fisch-Essen, in einem Seminar, bei einer Bahnfahrt, auf dem Sand an der Elbe, beim Spaziergang an der Havel und an anderen Flüssen mit mir Worte gewechselt und unwissend oder wissend mir viele kostbare Ideen geschenkt haben. Ich danke allen, die meine Worte in eine andere Sprache übersetzt und somit bereichert haben. Ich danke meiner Verlegerin Claudia Gehrke, die schöne Bücher nicht nur gestaltet, sondern sie trotz der bücherfeindlichen Steuerpolitik lieferbar hält. Ich danke alten und neuen Freunden, die Berlin zu meinem Zuhause gemacht haben. Ich danke allen, die mit mir das Marionettentheater von Kleist spielen, indem sie Tai Chi üben. Ich danke meinen Eltern, die mir nie gesagt haben, vom Schreiben könne man nicht leben. Ich danke Herrn Peymann, Herrn Sünkel und seinen Kolleginnen und Kollegen vom Berliner Ensemble, Herrn Blamberger und Herrn Moll von der Kleist-Gesellschaft für die Verwirklichung dieser wunderbaren Preisverleihung. Ich danke der japanischen Botschaft für ihre große Unterstützung und auch Alexander von Schlippenbach, der, wenn er nicht Jazz spielt, am liebsten Literatur liest. Ich danke ganz herzlich Lars Eidinger, der gestern Abend in Prag Hamlet spielte und heute früh nach Berlin gereist ist, um mir mit seiner Sprachkunst eine große Freude zu machen. Und mein letzter Dank gilt der Jury und der Vertrauensperson der Jury, Ulrike Ottinger, die mich durch den reichhaltigen Schnee zu diesem ganz besonderen Literaturpreis geführt hat.

#################
Gauk in Japan
New York Times
#################
Die Preisverleihung am 20.11. um 11:00 ……
http://www.berlin-buehnen.de/en/schedule/thomas-thieme/events/133880/
#####
31.5.2016
Die in Berlin lebende japanische Schriftstellerin Yoko Tawada wird mit dem Kleist-Preis 2016 ausgezeichnet.

Die 56-jährige Autorin, die seit den 80er Jahren auch auf Deutsch schreibe, habe in ihren Gedichten, Romanen, Theaterstücken und Essays „eine ganz originäre Schreibweise entwickelt“, teilte die Heinrich-von-Kleist-Gesellschaft am Dienstag in Köln mit. Ihre subtile Sprache sei von großer Schönheit und erotischer Spannung. Die Preisträgerin wurde vonUlrike Ottinger in alleiniger Verantwortung bestimmt. Ottinger war von der Jury der Heinrich-von-Kleist-Gesellschaft in diesem Jahr zur „Vertrauensperson“ gewählt worden. Der Kleist-Preis ist mit 20 000 Euro dotiert. Frühere Preisträger waren unter anderem Heiner Müller, Herta Müller, Daniel Kehlmann und Sibylle Lewitscharoff. Die Auszeichnung wird am 20. November in Berlin bei einer von Claus Peymann gestalteten Matinee verliehen.

**********
「群像」5月号  「ヘンゼルとグレーテル」
**********
THE PYPER by Yoko Tawada
http://twolinespress.com/two-lines-23-spotlight-the-piper-by-yoko-tawada/
***************
Fotos from Athen!!!
http://www.bios.gr/gallery/67/
***********
DIE GRIMMWELT!

http://sieveking-verlag.de/novitaeten/grimmwelt/

*************
“To Zagreb” in GRANTA Magazine of New Writing

http://granta.com/contributor/yoko-tawada/

…..
「新潮」来月号に「ローザ・ルクセンブルク通り」発表
学問のススメ

*************************************

Neuerscheinung:

Bernard Banoun und Christine Ivanovic  (Hg.)

Eine Welt der Zeichen: Yoko Tawadas Frankreich als Dritter Raum. Mit dem Tagebuch der bebenden Tage (Fukushima) und zwei weiteren Originaltexten (“Von Pianissimo bis Forte” / “Lévi-Strauss und der Hase”) von Yoko Tawada.

#############################

2.11. 2015 (So) 11:00 BR

http://sophora-qs-www.br.de/radio/bayern2/programmkalender/sendung913044.html

 

“Etüden im Schnee”  Interview in der Sendung ” Büchermarkt” ist am 02.07.2014 bei DeutschlandRadio (16:10-) gesendet: http://www.ardmediathek.de/tv/B%C3%BCchermarkt-Deutschlandfunk/Yoko-Tawada-Die-Welt-durch-die-Augen-/Deutschlandfunk/Audio-Podcast?documentId=22171886&bcastId=21648664

Rezension in Frankfurter Rundschau: http://www.fr-online.de/literatur/yoko-tawada–etueden-im-schnee–eine-autorin-sollte-nie-nackt-arbeiten-,1472266,27661496.html

Bayerischer Rundfunk http://www.br.de/radio/b5-aktuell/sendungen/interkulturelles-magazin/yoko-tawada-etueden-im-schnee-100.html

……..

In the New York Times:
http://www.nytimes.com/2014/04/26/books/writing-in-english-novelists-find-inventive-new-voices.html?module=Search&mabReward=relbias%3Aw%2C[%22RI%3A5%22%2C%22RI%3A12%22]&_r=1#story-continues-4

…………………………..
**************

Barbara Agnese / Christine Ivanovic
Sandra Vlasta (Hrsg.)
Die Lücke im Sinn
Vergleichende Studien zu Yoko Tawada
MIT EINEM TEXT VON YOKO TAWADA
Yoko Tawada ist bekannt für ihre witzig-ironische Darstellung einer ganzen Palette von Alltagserfahrungen gegenseitigen Nichtverstehens, für ihre Ironisierung kultureller Missverständnisse und für ihre Fähigkeit, das Falschverstehen als Potential für ein neues Verständnis der Welt und ihrer Erscheinungen aus der Perspektive eines global players zu nutzen. Was dabei weniger ins Auge fällt, ist die Tatsache, dass nur manche ihrer LeserInnen die ganze Tawada lesen können, dass der Mehrheit ein immer anderer Teil ihres in zwei Sprachen – auf Japanisch oder auf Deutsch – verfassten und damit auf je andere kulturelle Räume und Kontexte bezogenen Werks unzugänglich bleibt. Auch Übersetzungen können über diese Lücken im Verstehen kaum hinweghelfen.
Bei näherer Beschäftigung lernt man Lücken in Tawadas Texten genauer wahrzunehmen und beginnt gerade in ihnen ein ästhetisches Potential zu erkennen. Die Lücke eröffnet neue sinnliche Dimensionen, sie läßt die LeserInnen einen anderen Raum und andere Formen interkultureller Verständigung entdecken. Die Lücke muß daher nicht als Defizit, sie kann als kultureller Gewinn erfahren werden.
Im vorliegenden Band werden Verstehen, Übersetzen und Vermitteln als Praktiken interkultureller Verständigung im Blick auf die ›Lücke‹ als poetisch produktiver Raum kulturellen Fremdverstehens neu fokussiert und aus germanistischer, japanologischer und komparatistischer Perspektive diskutiert.
Barbara Agnese und Sandra Vlasta sind Assistentinnen an der Abteilung für Vergleichende Literaturwissenschaft der Universität Wien.
Christine Ivanovic war von 2003 bis 2011 als Gastprofessorin an der Universität Tokyo tätig. Derzeit Lehrbeauftragte für Vergleichende Literaturwissenschaft an der Universität Wien.
Stauffenburg Discussion Band 30
2014, 210 Seiten, kart.
ISBN 978-3-86057-058-6
29,80 €

**************

Eine Fotoausstellung von Heike Steinweg (Deutsches Haus, New York | The Last Line: Writing in Berlin, 29.April – 30.Mai)

”"

 

***********************************

Still Fukushima mit Lasenkan-Theater! http://lasenkan.com/Rechts/rechtsTermine.html

6月2日以降数日間の間に、伊藤整賞特集でインタビューが北海道新聞に載ります。

Der neue Roman “Etüden im Schnee” ist erschienen!

http://www.br.de/radio/b5-aktuell/sendungen/interkulturelles-magazin/yoko-tawada-etueden-im-schnee-100.html  (BR Rezension)

http://www.wdr3.de/literatur/etuedenimschnee100.pdf  (WDR Rezension)

 

Performance

Neu auf YouTube!!  Tai-Chi-Performance: http://youtu.be/R260p3fqbF0

 

4月10日発売 講談社文型文庫「かかとを失くして 三人関係 文字移植」新しい後書きついてます。

 

Swedish

Det nakna ögat

Yoko Tawada
Det nakna ögat kretsar kring en vietnamesisk högskolestudent som reser till Östberlin för att föreläsa på en ungdomskonferens. Väl på plats blir hon kidnappad och smugglad över gränsen till Västberlin, där hon lever tillsammans med sin kidnappare i en underlig fånge/älskare relation. Av en slump lyckas hon fly och hoppar på ett tåg som hon tror ska ta henne till Moskva, men hamnar istället i Paris. Där får läsaren följa henne genom år av olika öden som papperslös och vilsekommen. Hennes fasta punkt i livet finner hon på biograferna där hon blir besatt av skådespelarskan Catherine Deneuve, så till den grad att hon på sätt och vis utplånar sig själv med motiveringen att Deveneuve är den enda kvinna som verkligen existerar på jorden.

 

耳耳耳耳耳耳耳耳耳

DeutschlandRadio Kultur 22.September 0:05

http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/literatur/2233037/

耳耳耳耳耳耳耳耳耳

SWR2 ZEITGENOSSEN 28.September 17:05-117:50

http://www.swr.de/swr2/programm/sendungen/zeitgenossen/-/id=660664/nid=660664/did=11899132/18brdn9/index.html

文学賞

Der mit 5.000 Euro dotierte “Erlanger Literaturpreis für Poesie als Übersetzung” geht in diesem Jahr an die deutsch-japanische Autorin Yoko Tawada. Die Auszeichnung der Kulturstiftung Erlangen wird am 29. August zum Auftakt des 33. Erlanger Poetenfests überreicht. http://www.boersenblatt.net/630284/

 

Das neueste Buch

”Produkt-Information

Mein kleiner Zeh war ein Wort: 12 Theaterstücke von Yoko Tawada (13. März 2013)

★★★

 

Künstlermappe zu einem Gedicht von Yoko Tawada
Anlässlich einer Zusammenarbeit zwischen der Schriftstellerin Yoko Tawada und Setsuko Ikai erstellte die Grafikerin und Malerin Setsuko Ikai (Düsseldorf) zum Gedicht „Rosskastanien“ eine Künstlermappe mit 9 Radierungen. Alle Radierungen sind handgedruckt und anschließend mit Gouachefarbe akzentuiert.
Die Künstlermappe mit den Maßen: 40X60X1,6 cm besteht aus 13 Bögen Büttenpapier mit Gedichttext, 9 Originalradierungen und einem Vorwort der Kulturwissenschaftlerin Prof. Dr. Michiko Mae (Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf). In der Mappe sind alle Texte in Deutsch und Japanisch.
Die Mappe ist in einer Auflage von 14 Exemplaren bei Setsuko Ikai © 2012 erschienen.
Nähere Informationen: s.ikai@t-online.de

http://www.tsubaki-kindaig.co.jp

詩と銅版画の画集 ‒ 詩と絵のコラボレーション 多和田葉子と猪飼節子の共同の仕事のひとつとして、多和田葉子の詩「Rosskastanien- うまぐり」に画家・銅版画家の猪飼節子(デュッセルドルフ)が9葉の銅版画を制作しま した。作家手刷りの版画には最後にグワッシュでアクセントが入っています。 この画集は13葉の手すき銅版画紙からなり、詩と9枚のオリジナル銅版画、日独および 国際文化の関係を研究しているハインリッヒ・ハイネ大学(デュッセルドルフ) 教授前みち子の序文が納められています。全てのテキストはドイツ語と日本語。 画集の大きさ40x60x1.6cm 全14部 発行者: ©猪飼節子 2012 問い合わせ先: s.ikai@t-online.de      椿近代画廊

★★★

“Von alten Hasen lernen” veröffentlicht  in der  ZEIT No.4  (Seite 45). Jeztz online: http://www.zeit.de/2013/04/Claude-Levi-Strauss-Die-andere-Seite-des-Mondes-Kojiki

★★★

Interview in NZZ

http://www.nzz.ch/aktuell/feuilleton/literatur/im-meer-der-mehrsprachigkeit-1.17842399

☃☃☃

Rezension in THE NEW YORKER / October 19, 2012

”Yoko Tawada’s Magnificent Strangeness”

http://www.newyorker.com/online/blogs/books/2012/10/yoko-tawadas-magnificent-strangeness.html

☂☂☂

……

中国 Chinesische Übersetzung:  http://global.yup.cn/culture/1724.jhtml

…….
Thomas Demand  Exhibition Catalogue
Texts by Alexander Kluge, Keiichiro Hirano, Yuko Hasegawa, and a conversation between Yoko Tawada and Thomas Demand. 84pages, English/Japanese Published by Kodansha

……..

http://www.liberation.fr/livres/01012395998-sens-dessus-dessous

http://www.lemonde.fr/livres/article/2012/03/15/yoko-tawada-une-tokyoite-a-berlin_1669345_3260.html

FREMDE WASSER

http://www.libri.de/shop/action/productDetails/16323104/yoko_tawada_fremde_wasser_3887697774.html

TEXT&KRITIK

www.boorberg.de/sixhttp://www.boorberg.de/sixcms/detail.php?&id=504186&template=neu_news_detailcms/detail.php?&id=504186&template=neu_news_detail

http://www.kodansha.co.jp/award/noma-bungei.html

http://de-de.facebook.com/permalink.php?story_fbid=144993675600528&id=156812381027718

Rezension

http://www.tagesspiegel.de/kultur/ich-pistole-du-angst/4425374.html

Text + Kritik
H.191/192 Yoko Tawada

Der Band enthält neue unveröffentlichte Texte von Yoko Tawada.
Mit Beiträgen von Hannah Arnold, Corina Caduff, Hugo Dittberner, Hans Eichhorn, Sieglinde Geisel, Julia Genz, Barbara Köhler, Linda Koiran, Matthew Königsberg, Ilma Rakusa, Ferdinand Schmatz, Peter Waterhouse und Sigrid Weigel.
2. Auflage:
POETIK DER TRANSFORMATION
www.stauffenburg.de/asp/books.asp?id=1152
####

✍ Das Bad. Die zweisprachige Neuausgabe ist jetzt erhältlich!

konkursbuchverlag Claudia Gehrke ISBN 978-3-88769-041-0

✍ 「うろこもち」日本語原文(未発表)付きの新しいDAS BADが出版されました。ISBN 978-3-88769-041-0

”bad-variante1″

:::::::::::::::::::o::::::::::::::::::::o:::::::::::::::::::::::::::o

✍Le Voyage à Bordeaux“ (Traduit de l’allemand per Bernard Banoun)Editions Verdier http://www.editions-verdier.fr/v3/auteur-tawada-5.html

”images-1″

:::::::::::::::::::::::o:::::::::::::::::::o::::::::::::::::::o

✍Polish translaton (by Barbara Slomka) „Fruwajaca Dusza“ (hikon飛魂)Wydawnictwo Karakter www.libri.de

”images-2″Maj 2009 – Japonia ze snu. Risui, bohaterka tej przedziwnej, onirycznej powieści, trafia do szkoły dla dziewcząt prowadzonej przez charyzmatyczną mistrzynię, Kikyo. Ma tam zgłębiać mądrość Księgi i podążać Drogą Tygrysa. Wiedziona intuicją i tajemniczymi znakami Risui najpierw poddaje się surowym i…

::::::::::::::::o:::::::::::::::::o:::::::::::::::::::::::o

Swedish „Talisman /Foervandlingar“ (Översättning Linda Oestergaard) Ariel Foerlag

I sprickan mellan språken

”Det finns bara ett världsspråk och det är översättning”, sade akademiledamot Horace Engdahl i radio för någon vecka sedan. Det var riktat som en passning till det anglofila Norden, men säger mycket om språkliga villkor. Ett språk är även sina sprickor, hål, ihoplappningar och kompromisser. Det är dessutom fullt av dolda agendor. Detta är i sin tur lätt att påstå, att verkligen se det är en konst. Och den konsten består i – översättning.

http://hd.se/kultur/boken/2009/12/28/i-sprickan-mellan-spraken/

::::::::::::::::::o::::::::::::::::::::::o::::::::::::::::::::::::o

✍ Spanish  „EL BAÑO“ (Traucción de Miriam Palma Ceballos) in LECTORA 14 (ISSN 1136-5781)